Sie werden es schon ahnen: Wie bei vielen anderen, die mit Tieren arbeiten, war es auch bei mir schon als kleines Mädchen der Wunsch, einen eigenen Hund zu haben. Leider ging dieser Wunsch damals nicht in Erfüllung und es blieb immer bei Katzen.

So war es dann auch ein langer Weg, bis ich zu eigenen Hunden und der Arbeit mit Hunden kam. Es begann damit, dass uns 1998 ein Kater zulief. Und damit Oskar, wie wir den Kater nannten, nicht alleine bleiben musste, gingen wir ins Tierheim, um einen Gefährten für ihn zu holen. Mir gefiel der eine Kater, meinem Mann der andere Kater und es kam, wie es kommen musste: Wir holten beide. Mittlerweile waren wir schon Dauergäste im Tierheim und so begannen wir ab 1999 ehrenamtlich im Tierheim mitzuarbeiten.

In dieser Zeit hatte ich viel mit Hunden zu tun und insbesonders hatten es mir die Hunde angetan, die sonst nur sehr wenig Zuwendung bekamen, weil sie sehr ängstlich oder aber auch als aggressiv eingestuft waren. Ich konnte und wollte nicht akzeptieren, dass diese Hunde den Rest ihres Lebens im Tierheim verbringen sollten und so begann ich, mich mit diesen Hunden und ihren Problemen zu beschäftigen. Viele Hunde, die als unvermittelbar galten, konnten doch noch resozialisiert und vermittelt werden, z.B.

  • Pedro, ein Schäfermixrüde, der mit ca. 3 Jahren ins Tierheim kam. Es hieß, er sei unberechenbar, ließe sich kein Halsband anlegen und sei deswegen auch nicht vermittelbar. Ich habe lange mit ihm daran gearbeitet, ihm ein Halsband anlegen zu können und eines Tages war es auch soweit. Allerdings war mein Höhenflug gleich wieder beendet, denn er konnte sich das Halsband problemlos selbst wieder abstreifen. Wir mussten also nochmal eine Lernperiode einlegen, denn jetzt musste er sich ein Geschirr anlegen lassen, dass man sich nicht so einfach abstreifen kann. Die Freude war groß, als auch das geglückt war und Pedro zum ersten mal seit ca. 10 Jahren (!!!) spazieren gehen durfte. Ich hatte schon vorher gelernt, wie wichtig es war, frühestmöglich weitere Bezugspersonen für einen Hund aufzubauen und so zog ich eine Freundin und später eine weitere Gassigängerin hinzu, die beide ebenfalls mit ihm spazieren gingen. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate konnte man beobachten, wie sich stereotype Verhaltensweisen, die er sich im Laufe der Jahre angewohnt hatte (wie z.B. sich bellend im Kreis drehen), langsam wieder abbauten. Das schönste Erlebnis mit Pedro war allerdings, als mein Mann und ich ihn mit mittlerweile 14 Jahren am 01.11.2004 vermitteln konnten. Zwei Jahre hatte Pedro noch einen schönen Lebensabend, ehe er friedlich bei seinem neuen Herrchen einschlief und über die Regenbogenbrücke ging.
  • Moritz, ein Labradormixrüde, war einer der ersten Hunde, mit denen ich arbeitete. Er kam 1999 aus einer Wohnungsräumung ins Tierheim und reagierte sehr schnell aggressiv, wenn er sich bedroht fühlte. Auch bei ihm zeigten sich schon bald Veränderungen, trotzdem musste er noch einige Jahre im Tierheim leben, ehe die richtigen Menschen für ihn kamen. Leider durfte er seine Freiheit nicht mehr lange geniesen und ist mittlerweile über die Regenbogenbrücke gegangen.
  • Ein anderer \"schwerer\" Fall war Ben, ein Mischlingsrüde, der zusammen mit Moritz aus der Wohnungsräumung kam. Er war damals ca. 9 Monate alt. Wenn man an seinem Zwinger vorbeiging, höre man wütendes Gebell und sah stereotype Verhaltensweisen. Er war der letzte Hund, mit dem ich ihm Tierheim arbeitete, denn seit April 2005 lebt Ben bei uns. Mehr über Ben erfahren Sie auf den Seiten über unsere Tiere...

Es war eine wunderbare lehrreiche Zeit, die ich keinesfalls missen möchte. Früh wurde mir klar, dass man mit den althergebrachten Ausbildungsmethoden an irgendeinem Punkt nicht mehr weiter kommt und das ich noch viel mehr über das Ausdrucks- und Lernverhalten von Hunden erfahren musste. Ziel war und ist es, den Hunden und ihren Haltern zu helfen, bevor sie als \"Problemhunde\" im Tierheim landen.

Ich machte mich auf die Suche nach einer sanften und fairen Ausbildungsmethode für Hunde und fand diese schließlich in \"Animal Learn\". Der Umgang mit Hunden und das Wissen, dass dort vermittelt wird, haben mich überzeugt und so habe ich im Dezember 2004 meine 18 Monate dauernde Ausbildung zur Hundetrainerin begonnen. Auch danach ist es jedoch wichtig, sich durch Weiterbildung auf dem aktuellen Stand zu halten, denn vieles, dass wir heute für richtig halten, ist vielleicht schon in wenigen Monaten oder Jahren durch neue Erkenntnisse überholt.

Qualifikationen
Bei folgenden Fachleuten habe ich an Seminaren, Workshops, Vorträgen, Aus- und Weiterbildungen teilgenommen:

2010:

2011:

2012:

2013:

2014:

2015:

2016:

2017: